Eine historische ”Augenweide”

für jeden Schützen:

 

 

(Original-Größe DIN-A3 Überformat – ca. 250 Seiten – Original-Musterseiten)

 

 

Lobspruch des

Großen Schießens

zu München

anno 1577

 

von Lienhard und Valentin Flexel

 

 

bearbeitet von Dr. Helmuth Stahleder, München 

Herausgeber: Stadtarchiv München

(Wir bedanken uns bei der Vereinigung Münchner Brauereien für die großzügige Unterstützung)

 

Eine historische”Augenweide”

für jeden Schützen:

 

…aus einer Historischen Festzeitung

 für das 7.deutsche Bundesschießen

von Ernst von Destouches:

 

"…Golden leuchtet in der Geschichte …der Münchener Schützenfeste die Jahrzahl 1577 hervor.

Denn der damals regierende Herzog Albert V. sowohl als die Stadt München hatten Briefe hinaus geschickt in’s ganze Reich, die Schützen alle für den Herbstmonat jenes Jahres zu einem Armbrust- und Büchsenschießen nach München zu laden, wo am 15. September das fürstliche Herrnschießen und am 22. September das von der Stadt gegebene große Hauptschießen beginnen sollte …

Viel hohe und edle Schützengäste von Nah und Fern waren zunächst der freundlichen Ladung des Herzogs Albert V. gefolgt und nach München gezogen, wo sie in der neuen Veste, in den adeligen Herrenhäusern und den vornehmsten Tafernen einquartirt wurden …"

     In der achten Morgenstunde des bestimmten Tages versammelten sich die Schützen alle in der Neuen Veste, wo sie der gastfreundliche Herzog Und seine beiden Söhne Wilhelm und Ferdinand auf’s Herzlichste empfingen. Nachdem Confekt und welscher Wein kredenzt war, las des Herzogs Rath und Jägermeister Hans Jörg von Etzdorf die Ordnung vor, wie sie bei diesem Schießabenteuer gehalten werden sollte. Dann schritt man zur Wahl der Siebener. Die Schützen theilten sich nach Landschaften ab und wählten für die fürstliche Grafschaft Tyrol Herrn Peter Bair zu Coldif, Sr.Durchlaucht Küchenmeister und Kämmerer, und Herrn Christoph Watsch von Zwengenberg, herzoglichen Rath und Hauptmann zu Rothenburg; für das Erzbisthum Salzburg Herrn Gregor von Kenberg und Herrn Hans Philipp Widmann; für das Königreich Böhmen Herrn Peter Dietrich Bomwinsky; und für das Herzogthum Bayern: Herrn Wolf Dietrich von Maxelrain, Freiherr zu Waldeck und Hans Jörg von Etzdorf. Auf allen Wegen von der Hofburg bis zum Schieß-Platze vor dem Neuhauserthore drängten sich, wie Aug. Adam im Jahrgang 1836 des Volksfreunds erzählte, - die Haufen neugieriger Menschen auf und nieder. Nach 10 Uhr begann der feierliche Schützenzug aus der neuen Veste.

Ihn eröffnete eine glänzende Schaar Hellebardirer; dann kamen die fürstlichen Trompeter, Posaunisten und Paukenschläger; ihnen nach traten hundert und zwölf Jünglinge in blau und weißem Kleiderschmucke; sie trugen theils die Kleinodien und Geldgwinnste auf silbernen Tellern und theils die Fahnen.

Nun folgte in mannigfach bunten Gewändern der große Troß der Dienerschaft von den hohen und ritterlichen Schießgesellen, Wappenschilde und das stattliche Stahlgeschoß ihrer Herren tragend.

In drei gleichen Abtheilungen erschienen jetzt die edlen Schützen selbst.

Vor der ersten schritt ein Paniermeister mit einer roth- und weißfarbigen Fahne, geschmückt mit dem fürstlichen Wappen Tyrols;

hinter ihm gingen paarweise die Herren Hanns Christoph Leffler, Karl Alexander Schrenk, Kaspar von Mühlstain, Hans von Graben, Hermann May, Jakob Schrenk, Simon Türnizl, Wolf Watsch, Maximilian Watsch, Darius von Undy, Hanns Jörg Riederer, Hanns Claudius von Frauenberg, Jarostan von Kolowrath, Peter Bair zu Coldif, Christoph Watsch zu Zwengenberg, Kaspar Freiherr zu Wolkenstein, Wilhelm Graf und Herr zu Zimmern und Karl Markgraf zu Burgau; zuletzt der durchlauchtige Fürst, Herr Erzherzog Ferdinand zu Oesterreich, umgeben von einem prunkvollen Geleite von Kammerherren. Darauf nahte die zweite Abtheilung; vor ihr ward eine rothe Fahne mit dem böhmischen Wappen getragen und dieser folgten die Herren Sigmund Schnedt, Jakob Heller, Christoph Jörg Schweikertsreitter, Bernh. Hackleder, Hanns Reindl, Hanns Jörg Hörwart, Wolf von Asch, Adam Gepeck, Eduard von Perfall, Ulrich Raming, Hanns Jörg von Sulterstein, Peter Merlinsky, Hanns bei Zeck, Ulrich Schwatkoffsky, Peter Schmeretzka, Paul Bomwinsky, Marquard Kurz, Heinrich Pocepostgy und Peter Dietrich Bomwinsky; endlich sah man auch die dritte und letzte Abtheilung vorüberziehen; sie führte an ihrer Spitze eine blau und weiße Fahne mit dem Wappen Bayerns; ihr waren beigezählt die Herren Hanns Sigmund von Armannsberg, Hanns Christoph Hund, Bernhard Tichtel, Kaspar Nothhafft, Hanns Adam von Muckenthal, Wilhelm von Freyberg, Hanns Adam Aham, Wilhelm David von Nussdorf, Hanns Kaspar von Pienzenau, Johann Baptist von Gidian, Kanns Jörg von Etzdorf, Erhard von Muckenthal, Konrad von Bemmelberg, Marx Fugger, Herr zu Kirchberg und Weißenhorn, und Wolf Dietrich von Maxelrain Freiherr zu Waldeck.

Im glänzenden Gefolge der ersten Gefolge der ersten Würdenträger des Hofen erschien nach diesen das jugendlich hochfürstliche Brüderpaar Wilhelm und Ferdinand und endlich ihr Vater Herzog Albrecht V. selbst mit dem Erzbischofe Johann Jakob von Salzburg, mit dem Markgrafen Philibert von Baden und dem Grafen von Rosenberg …

 

Festzug beim großen Armbrust- und Stachelschießen zu München anno 1577
(aus dem von Pritschenmeister Lienhart Lutz unter Beihilfe seines Sohnes Valentin gefertigten, im Münchener Stadtarchiv verwahrten Festbuches)  

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Josef Ambacher


Präsident des Deutschen Schützenbundes
1.Landesschützenmeister
des Bayerischen Sportschützenbundes

 


Das Schützenwesen kennt sportliches wie gesellschaftliches Leben. Nach wie vor sind Schützenfeste große Ereignisse, oft auch von überregionaler Bedeutung. 
Als Präsident des Deutschen Schützenbundes und 1.Landesschützenmeister des Bayerischen Sportschützenbundes ist es mir ein Anliegen, daß Sport und gesellschaftliches Leben in unseren Vereinen gleichermaßen gepflegt werden. 
Das „Große Schießen 1577“ von München war das wohl bedeutendste Schützenfest des ausgehenden Mittelalters in Süddeutschland. 
Es zeichnete sich durch eine Vielzahl verschiedener Wettbewerbe, bei denen es wertvolle Preise zu gewinnen gab, aber auch durch ein umfangreiches Festprogramm aus. 

Nun wird der „Lobspruch des Großen Schießens 1577“ – die Festschrift zu diesem Ereignis – als Reprint weiten Kreisen geschichts-interessierter und traditionsbewusster Schützinnen und Schützen zugänglich gemacht. Dieses Werk gibt Einblicke in das Schützenwesen des ausgehenden Mittelalters und beweist, wie wichtig die Schützen für die Gesellschaft waren und heute noch sind.
Und doch wissen wir nur sehr wenig von unseren Schützenschwestern und -kameraden, die in diesen Zeiten gelebt habe. Schützenfeste waren Abwechslung vom tristen Alltagsleben und große Schießen fanden selbst 
in den Metropolen nur selten statt. 

Heute ist alles viel einfacher geworden. Das Auto bringt uns schnell und zuverlässig an jeden Ort Europas. Unsere Mobilität ist fast schon zu einem Fluch geworden. Dennoch gehen die Teilnehmerzahlen bei Preisschießen zurück. 

Ist das ein Zeichen, daß Schützenfeste aus der Mode gekommen sind ?

Das Gegenteil ist der Fall. Nach wie vor sind das Oktoberfest -Landes- schießen, die Freischießen von Kronach und Coburg gut besuchte Veranstaltungen.
Allerdings sind auch wir Schützen bequemer geworden. Es gilt bereits als Zumutung, wenn der Teilnehmer an einem Preisschießen sein Gewehr über einen halben Kilometer schleppen muß, weil kein Parkplatz vor dem Schießstand vorgehalten werden kann.

Das vorliegende Werk entführt uns in eine Zeit, in der es noch eine Ehre war, an einem großen Schiessen teilnehmen zu dürfen. Wir erfahren vieles über
schießsportliche Wettbewerbe, aber auch über das Fest selbst. 

Und wir sollten erkennen, daß der Schütze vor über einem halben Jahrtausend gerne gefeiert hat. 

Schützenfeste waren und sind ein Kulturgut, das es zu bewahren gilt.

Dieser Reprint ist ein wertvoller Beitrag zur Diskussion über das geschichtliche Schützenwesen, und mancher Schützenmeister wird bei Lienhart und Valentin Lutz auch interessante Anregungen bezüglich der Organisation eines Freischießens holen können.

Schon deshalb wünsche ich den Initiatoren dieser Ausgabe sowie dem Archivdirektor des Stadtarchivs München, Helmuth Stahleder, der für die Übersetzung in unsere heutige Sprache gesorgt hat, viel Erfolg.

Allen Lesern wünsche ich vergnügliche Stunden bei der Lektüre und der Reise in die Frühzeit unseres Schützenwesens.

 

 



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… und das macht dieses Buch zum individuellen Geschenk:

Auf Wunsch kann jeder Schützenverein oder Spender in sein(e) Exemplar(e) eine oder mehrere selbst-gestaltete Seiten selbst anliefern (oder durch den Verlag drucken) und mit-einbinden lassen z.B. ein individuelles (persönliches) Vorwort des eigenen Schützenmeisteramtes, eine eigene Vereins-Chronik, persönliche Urkunde, Widmung usw..)

 

 

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Verlag + Druck:            Wolfgang Klinger GmbH.

                                      Spervogelstraße 10

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